Eggersmann Gruppe legt Zahlen für das Geschäftsjahr 2024 vor

Positive Stimmung trotz Rückgang der Gesamtleistung

Halle Westfalen, 31. Juli 2025. Die Eggersmann Gruppe GmbH & Co. KG hat Ihre Konzernzahlen für das Geschäftsjahr 2024 beim Unternehmensregister eingereicht. Die Unternehmensgruppe mit den Geschäftsbereichen »bauen«, »recyceln« und »kompostieren« aus dem ostwestfälischen Marienfeld konnte dabei aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Situation die Erfolgstendenz der letzten Jahre nicht fortsetzen. So erzielte die Gruppe eine konsolidierte Gesamtleistung1 von rund 277 Mio.€. Dem besonders starken Zuwachs von 19 % in 2023 steht damit nun ein Rückgang von 16 % gegenüber. Die Geschäftsführung betont jedoch die Stärke des operativen Geschäftes und blickt aufgrund eines hohen Auftragsbestandes sehr positiv auf das Geschäftsjahr 2025.

Niedrigere Gesamtleistung als Momentaufnahme

„Eine Gesamtleistung von 277 Mio. € ist ein positives Ergebnis und ein Grund zur Freude. Allerdings erscheinen die Zahlen wegen des überdurchschnittlich erfolgreichen Jahres 2023 nun für den Außenstehenden nicht so gut, wie sie es tatsächlich sind.“, kommentierte Geschäftsführer Karlgünter Eggersmann den Konzernabschluss für das Jahr 2024. „Das ist besonders bedauerlich, da wir im operativen Geschäft deutlich zugelegt haben. Immerhin hat sich unser EBITDA2 um fast 20 % gesteigert“. Während der Geschäftsbereich »kompostieren« eine unkonsolidierte Gesamtleistung von 15 Mio. € halten konnte, verzeichnet die Bausparte einen Rückgang um rund 9 % auf insgesamt 83,9 Mio. €. Die 2023 besonders starke Recyclingsparte erreichte eine unkonsolidierte Gesamtleistung von 179,6 Mio. € (-19,9 %). Auch Geschäftsführer Thomas Hein nimmt die Zahlen gelassen: „Natürlich hätten wir gerne ein noch besseres Ergebnis vorgelegt, aber am Ende ist das nur eine Momentaufnahme. Wir sind in den letzten Jahren konstant gewachsen und uns geht es gut. Wir haben 2024 viele Aufträge akquiriert, die wir erst in 2025 beginnen konnten. Das beweisen schon unsere vollen Auftragsbücher zum Jahresende 2024. Im Bauwesen hatten wir da bereits einen Auftragsbestand von 80 Mio. € und in der Recyclingsparte 185 Mio. €.“ Eine langfristig negative Beeinflussung des Geschäftes durch die anhaltenden Krisen im Wohnungs- sowie im Maschinen- und Anlagenbau erwartet die Gruppe nicht „Wir werden das natürlich auch weiter merken, aber es betrifft uns nicht im gleichen Umfang, wie andere Unternehmen,“ erklärt Karlgünter Eggersmann. „Im Wohnungsbau sind wir kaum aktiv. Unsere Stärken liegen gerade in Infrastrukturprojekten, energetisch effizienten Sonderimmobilien für Kommunen und Gewerbe sowie ganz besonders im Ausbau der Kreislaufwirtschaft. Wichtige Zukunftsthemen also, die ohne Unternehmen wie uns gar nicht bewältigt werden können.“

Rückblick auf ein ereignisreiches Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr 2024 war für die Eggersmann Gruppe äußerst ereignisreich. Auf der IFAT in München – der Weltleitmesse für Recycling – stellte der Verbund gleich mehrere Neuheiten in verschiedenen Bereichen vor. Auch bei den Standorten gab es Veränderungen: „Wir haben einen kleineren Servicestandort für Mobilmaschinen in Sassenberg geschlossen, dessen Mitarbeiter und Leistungen auf andere Niederlassungen verteilt wurden. In Wetzlar ist dagegen ein neuer Standort dazugekommen. Wir haben hier ein Planungsbüro für Recyclinganlagen samt Mitarbeitern und Equipment von einem ausländischen Konzern übernommen. Wir konnten so reichlich versierte Fachkräfte gewinnen, die wir dringend für die hohe Nachfrage im Anlagenbau benötigen“, erklärte Karlgünter Eggersmann. Seit 2024 arbeitet der Anlagenbau darüber hinaus an der größten LVP-Aufbereitungsanlage Europas. Auch wenn Großprojekte für Eggersmann keine Seltenheit sind und erst 2024 die größte Anlage dieser Art in Dänemark fertiggestellt werden konnte, handelt es sich hierbei doch um den größten Auftrag der Firmengeschichte. Zeitgleich begannen die Arbeiten an der Transformation der Kompostanlage in Nieheim zu einem in dieser Form einzigartigen Energiewerk. Bei dem Projekt handelt es sich wiederum um die größte Investition der Firmengeschichte. Außerdem sorgte Eggersmann gegen Jahresende noch einmal für Aufsehen, als die Übernahme des Fürstenhofes in Bad Salzuflen verkündet wurde. Das historische Grand Hotel steht seit 2007 leer. Nach der Sanierung und Erweiterung soll es erneut als Vier-Sterne-Superior-Hotel genutzt werden. Eggersmann möchte das Gebäude in Eigenleistung sanieren und betreiben.

Neben diesen vielfältigen geschäftlichen Aktivitäten vollzog die Eggersmann Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr außerdem eine Veränderung im Rahmen ihrer Finanzierung. So setzt der Unternehmensverbund fortan auf eine Zusammenarbeit mit regionalen Sparkassen und Volksbanken sowie deren Zentralinstituten – die früheren Geschäftsbeziehungen mit Privatbanken wurden beendet. „Obwohl wir mit vielen unserer Gesellschaften überall in Deutschland und sogar auf der ganzen Welt aktiv sind, sind wir als traditionell ostwestfälisches Familienunternehmen weiterhin sehr stark in dieser Region verankert. Der Wechsel zu lokalen Finanzinstituten mit Kenntnis der spezifischen Gegebenheiten erweist sich schon jetzt als der richtige Schritt“, kommentierte Thomas Hein die Entscheidung.  
 

Über die Eggersmann Gruppe

Die Eggersmann Gruppe GmbH & Co. KG hat ihren Ursprung in dem 1951 im ostwestfälischen Marienfeld gegründeten Bauunternehmen Fechtelkord & Eggersmann GmbH und feiert damit 2026 ihr 75. Firmenjubiläum. Heute umfasst die Gruppe die Geschäftsfelder »bauen«, »recyceln« und »kompostieren«. Die Bausparte setzt sich dabei aus den Bauunternehmungen Fechtelkord & Eggersmann GmbH, Walther Reichert GmbH & Co. KG sowie der BIG Baugesellschaft für Ingenieurbau Glowienka mbH zusammen. Über das Fertigteilwerk der BETONT GmbH werden außerdem Betonfertigteile für elementiertes Bauen produziert. Mit eigenen Ingenieuren und Architekten werden auch Planungsleistungen abgedeckt. Ein Objektmanagement ermöglicht darüber hinaus die langfristige Zusammenarbeit mit den Kunden.  

Auch im Recyclingbereich setzt Eggersmann auf ein vollumfängliches Angebot. Dieses reicht von einer breiten Palette an mobilen sowie stationären Recyclingmaschinen (Eggersmann GmbH und BRT HARTNER GmbH) bis hin zur Realisierung ganzer Recyclinganlagen (Eggersmann Anlagenbau Concept GmbH). Das Leistungsspektrum des Anlagenbaus umfasst von den ersten Entwürfen bis hin zur digitalen Prozessoptimierung des fertigen Objektes alle wesentlichen Aspekte. In dem Bereich der Biogaserzeugung aus biologischen Abfällen ist Eggersmann ebenfalls einer der führenden Anbieter (BEKON GmbH).

Über die KOMPOTEC Kompostierungsanlagen GmbH betreibt die Gruppe eigens errichte Kompostwerke und Biogasanlagen. Sie tritt damit auch aktiv als Energieerzeuger auf. Der Kompost wird über die BIOTERRA GmbH vertrieben.  

Die 1.300 Mitarbeiter der Gruppe verteilen sich auf die insgesamt 16 Standorte in Deutschland, eine zentrale Produktstätte in Polen, vier weitere Produktionsstätten in Deutschland sowie je eine Niederlassung in Spanien und den USA. Zusätzliche Unternehmen und Marken – beispielsweise zur Herstellung eines Strahlmitteladditivs (PantaTec GmbH) oder zur Errichtung von Stahlbehältern (farmatic) – runden die breite Aufstellung der global agierenden Gruppe ab. Gerade in der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit erreicht die Eggersmann Gruppe damit eine besondere Tiefe der Wertschöpfung. Die beiden Geschäftsführer der Eggersmann Gruppe sind Karlgünter Eggersmann und Thomas Hein.

Weiterführende Informationen

Zu 1  Gesamtleistung

Die Gesamtleistung entspricht nicht dem Umsatz. Die Berechnung des Jahresumsatzes wird gerade von produzierenden Unternehmen oder Dienstleistern bevorzugt, bei denen Auftragseingang und Auftragsabschluss  in der Regel dicht beieinander liegen. In der Baubranche oder dem Anlagenbau ist dies jedoch anders. Projekte erstrecken sich über Monate oder Jahre. Die Leistung nur im Jahr des Auftragsabschlusses zu verbuchen, ist daher nicht aussagekräftig. Im extremsten Fall könnten so Unternehmen trotz vollständiger Auslastung in einem Jahr einen Umsatz von 0 € verbuchen und im nächsten Jahr Umsatzerlöse in Millionenhöhe verzeichnen. Manche Branchen wählen daher das Modell der Gesamtleistung, bei der die bereits erbrachten Leistungen der im Geschäftsjahr noch nicht abgeschlossenen Aufträge mit einberechnet werden. Konkret setzt sich die Gesamtleistung aus den Umsatzerlösen, der Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie anderen aktivierten Eigenleistungen zusammen. Da die Eggersmann Gruppe auch vier Bauunternehmungen und zwei Anlagenbauern umfasst, legt sie traditionell die Gesamtleistung vor. 

Zu 2  EBITDA

Die aus dem Englischen abgeleitete Abkürzung »EBITDA« steht für »Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization«. Dies bedeutet auf Deutsch »Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen«. Dieses betriebswirtschaftliche Berechnungsmodell dient besonders dem Vergleich der Leistungsfähigkeit des operativen Geschäftes im internationalen Rahmen. Es werden daher die stark länderspezifischen und damit standortbedingten Faktoren wie Zinsen oder Steuern ausgeklammert, um den reinen Gewinn zu betrachten.