Eggersmann Gruppe stabilisiert Gesamtleistung

Jahresabschluss 2025 mit 19 % Wachstum 

Die Eggersmann Gruppe GmbH & Co. KG konnte 2025 ihre konsolidierte Gesamtleistung1 um 18,9 % auf rund 330 Mio. € steigern. Im Vorjahr hatte der Unternehmensverbund mit den drei Geschäftsbereichen »bauen«, »recyceln« und »kompostieren« aus Harsewinkel 2024 rund 277 Mio. € erzielt. Die Geschäftsführung zeigte sich über die positive Entwicklung erfreut. Sie sieht die Gesamtleistung damit stabilisiert und erwartet ein solides Wachstum.

„Auf einem hohen Leistungsniveau eingependelt“

„Eine Steigerung der Gesamtleistung um fast 19 % ist etwas, auf das wir in unserer Unternehmensgruppe stolz sein können. Wir möchten uns daher auch bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren tagtäglichen Einsatz bedanken,“ freute sich Geschäftsführer Karlgünter Eggersmann über das Ergebnis. Allerdings betonte er auch, dass die Zahlen in Perspektive gesetzt werden müssten und verweist dabei auf die Entwicklung der letzten Jahre: „2023 hatten wir bereits einen bedeutenden Anstieg unserer Gesamtleistung um 19 %, 2024 dann aber einen Abfall um 16 % und nun haben wir wieder einen Anstieg von fast 19 % – wir haben uns also auf einem hohen Leistungsniveau eingependelt und erwarten für das kommende Jahr nun eine Stabilisierung mit einem nicht ganz so üppigen, aber dennoch soliden Wachstum.“ Tatsächlich hatte die Gruppe 2023 mit 19 % Wachstum sprunghaft eine Gesamtleistung von 331 Mio. € erreicht, musste dafür allerdings 2024 einen Rückgang um 16 % auf 277 Mio. € verzeichnen. Nun liegt die Gesamtleistung wieder bei 330 Mio. €. Für das kommende Geschäftsjahr wird jetzt eine konsolidierte Gesamtleistung von 337 Mio. € erwartet. Bereits Anfang 2026 ermöglichten die Auftragsbestände für das Bauwesen und die Recyclingsparte von 62,7 Mio. € sowie 128 Mio. € eine Auslastung bis in das zweite Halbjahr.

Positive Entwicklung in den Geschäftsbereichen

Den deutlichsten Anstieg konnte der Geschäftsbereich »bauen« verzeichnen: Gemeinsam erzielten die drei deutschlandweit aktiven Bauunternehmungen und das Betonfertigteilwerk der Gruppe ein Wachstum von 84 auf 114 Mio. € (35,7 %). Damit wurden sogar die eigenen Erwartungen von 111 Mio. € leicht übertroffen. 
Die als internationaler Komplettanbieter breit aufgestellte Recyclingsparte konnte ihr Ergebnis ebenfalls deutlich verbessern. So stieg die Gesamtleistung hier von 180 auf 201 Mio. € (12 %). Trotz des guten Ergebnisses wurde damit das selbst gesteckte Ziel nicht erfüllt: „Wir hatten die realistische Erwartung sogar 266 Mio. € Gesamtleistung allein im Recycling zu erreichen. Dieses hohe Ziel hätten wir bereits aufgrund der globalwirtschaftlichen Entwicklungen nicht ganz erreicht; zusätzlich hat sich dann noch der Beginn von zwei großen Anlagenbauprojekten auf Anfang 2026 verschoben,“ erklärt Geschäftsführer Thomas Hein. „Eine anteilige Berechnung der Projekte in die Gesamtleistung von 2025 war daher nicht mehr möglich, was im Wesentlichen zu dieser großen Differenz geführt hat.“ 
Der Geschäftsbereich »kompostieren« als Betreiber von biologischen Abfallbehandlungsanlagen – vorrangig in Ostwestfalen Lippe – konnte die Gesamtleistung von rund 15 Mio. € im Kern erneut halten. Ein minimaler Rückgang wird hier auf eine witterungsbedingt geringere Menge an Biogut zurückgeführt.

Ein Jahr der Vorbereitungen

Für den Geschäftsbereich »bauen« war das wichtigste Ereignis 2025 die Fertigstellung und Einweihung des Kurhauses von Bad Salzuflen. Bei der Revitalisierung der historischen Immobilie handelte es sich um einen der prestigeträchtigsten Aufträge der jüngeren Zeit. In der Recyclingsparte zog die Markteinführung eines optischen Sortierers besondere Aufmerksamkeit auf sich – bei der Maschine mit Hyperspektralkamera handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt in Zusammenarbeit mit einem externen Unternehmen.  
Neben diversen anderen gewichtigen Meldungen und Ereignissen war 2025 aber vor allem ein Jahr der Vorbereitungen. Kurz vor der IFAT Munich – der Weltleitmesse für Recycling – im Mai 2026 präsentierte die Gruppe gerade im Recycling eine ganze Reihe an bedeutenden Neuheiten. So wurde beispielsweise mit der Einführung von vordefinierten Aufbereitungslinien unterschiedlichster Komplexität als Systemlösungen nichts weniger als ein neuer Geschäftsbereich vorgestellt. „Wir schaffen damit einen Übergang zwischen dem Angebot einzelner Stationärmaschinen und dem Bau maßgeschneiderter Anlagen als Generalunternehmer,“ führt Eggermann aus. „Bei den standardisierten Konzepten handelt es sich so zum Teil bereits um kleine Anlagen, welche nun zu festen Preisen erworben werden können“. Neben diesem neuen Geschäftszweig wurde außerdem das völlig neue IRRT-Verfahren (»IRRT« für »Innovative Ressource Recovery Technology«) zur Aufbereitung von Schlacken aus Hausmüllverbrennungsanlagen vorgestellt. Das Verfahren wurde von der proCLIR GmbH entwickelt, an der die Eggersmann Gruppe Anteilseigner ist. Die Eggersmann Anlagenbau GmbH ist daher auch exklusiver Vertriebspartner für dieses Verfahren, mit welchem bis zu 65 % der Schlacken zu gesetzlich vollwertigen Rohstoffen aufbereitet werden können. „Gerade mit der Nutzbarmachung der Gesteinskörnung und des Glases aus der Schlacke können wir fortan für die Kreislaufwirtschaft einen echten Mehrwert bieten,“ betont Hein. Außerdem wurde mit der neuen Eggersmann BACKHUS ALPHA 55 (Folierung α 55) der erste vollelektrische und vollautomatisierte Mietenumsetzer vorgestellt. Die Vorbereitungen für diese Markteinführungen zogen sich durch das gesamte Geschäftsjahr 2025.
Darüber hinaus war das Jahr 2025 für den Bereich »kompostieren« durch die Errichtung des neuen Energiewerks in Nieheim geprägt.
 

 

Über die Eggersmann Gruppe

Die Eggersmann Gruppe GmbH & Co. KG hat ihren Ursprung in dem 1951 im ostwestfälischen Marienfeld gegründeten Bauunternehmen Fechtelkord & Eggersmann GmbH und feiert damit 2026 ihr 75. Firmenjubiläum. Heute umfasst die Gruppe die Geschäftsfelder »bauen«, »recyceln« und »kompostieren«. Die Bausparte setzt sich dabei aus den Bauunternehmungen Fechtelkord & Eggersmann GmbH, Walther Reichert (GmbH & Co.) KG sowie der BIG Baugesellschaft für Ingenieurbau Glowienka mbH zusammen. Über das Fertigteilwerk der BETONT GmbH werden außerdem Betonfertigteile für elementiertes Bauen produziert. Mit eigenen Ingenieuren und Architekten werden auch Planungsleistungen abgedeckt. Ein Objektmanagement ermöglicht darüber hinaus die langfristige Zusammenarbeit mit den Kunden.  

Auch im Recyclingbereich setzt Eggersmann auf ein vollumfängliches Angebot. Dieses reicht von einer breiten Palette an mobilen sowie stationären Recyclingmaschinen (Eggersmann GmbH und BRT HARTNER GmbH) bis hin zur Realisierung ganzer Recyclinganlagen (Eggersmann Anlagenbau Concept GmbH). Das Leistungsspektrum des Anlagenbaus umfasst von den ersten Entwürfen bis hin zur digitalen Prozessoptimierung des fertigen Objektes alle wesentlichen Aspekte. In dem Bereich der Biogaserzeugung aus biologischen Abfällen ist Eggersmann ebenfalls einer der führenden Anbieter (BEKON GmbH).

Über die KOMPOTEC Kompostierungsanlagen GmbH betreibt die Gruppe eigens errichte Kompostwerke und Biogasanlagen. Sie tritt damit auch aktiv als Energieerzeuger auf. Der Kompost wird über die BIOTERRA GmbH vertrieben.  

Die 1.300 Mitarbeiter der internationalen Gruppe verteilen sich auf die insgesamt 16 Standorte in Deutschland, eine zentrale Produktionsstätte in Polen sowie drei weitere Produktionsstätten in Deutschland. Zusätzliche Unternehmen und Marken runden die breite Aufstellung der global agierenden Gruppe ab. Gerade in der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit erreicht die Eggersmann Gruppe damit eine besondere Tiefe der Wertschöpfung. Die beiden Geschäftsführer der Eggersmann Gruppe sind Karlgünter Eggersmann und Thomas Hein.
 

Weiterführende Informationen

Zu 1  Gesamtleistung

Die Gesamtleistung entspricht nicht dem Umsatz. Die Berechnung des Jahresumsatzes wird gerade von produzierenden Unternehmen oder Dienstleistern bevorzugt, bei denen Auftragseingang und Auftragsabschluss in der Regel dicht beieinander liegen. In der Baubranche oder dem Anlagenbau ist dies jedoch anders. Projekte erstrecken sich über Monate oder Jahre. Die Leistung nur im Jahr des Auftragsabschlusses zu verbuchen, ist daher nicht aussagekräftig. Im extremen Fall könnten so Unternehmen trotz vollständiger Auslastung in einem Jahr einen Umsatz von 0 € verbuchen und im nächsten Jahr Umsatzerlöse in Millionenhöhe verzeichnen. Manche Branchen wählen daher das Modell der Gesamtleistung, bei der die bereits erbrachten Leistungen der im Geschäftsjahr noch nicht abgeschlossenen Aufträge mit einberechnet werden. Konkret setzt sich die Gesamtleistung aus den Umsatzerlösen, der Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie anderen aktivierten Eigenleistungen zusammen. Da die Eggersmann Gruppe auch vier Bauunternehmungen und zwei Anlagenbauer umfasst, legt sie traditionell die Gesamtleistung vor.