Bei seiner Delegationsreise zur nachhaltigen, klima- und umweltfreundlichen Erneuerung der Ukraine vom 17. bis 21. August wurde Bundesumweltminister Carsten Schneider von 15 Green-Tech-Unternehmen aus Deutschland begleitet – die Eggersmann Gruppe GmbH & Co. KG aus Halle Westfalen war dabei über Geschäftsleiter Andre Berlage (BRT HARTNER GmbH) vertreten. Er zeigte auf, wie die Ukraine durch moderne Abfallbehandlung schon kurzfristig ihre Wirtschaft stärken kann.

„Der Umgang der Ukrainer mit den Verwüstungen des Krieges ist beeindruckend,“ führt Berlage aus. „Notwendige Projekte wie Krankenhäuser werden innerhalb kürzester Zeit realisiert und gleichzeitig wird die zerstörte Infrastruktur schon jetzt – wann immer möglich – durch eine modernere ersetzt.“ Dies habe oft auch strategische Gründe. So ließen sich beispielswiese dezentrale Photovoltaiksysteme schwerer ausschalten und schneller wieder aufbauen als ein einzelnes großes Kraftwerk. Der hohe Bedarf an Energie der Ukraine ist auch einer der Gründe für die Teilnahme der Eggersmann Gruppe an der Reise: „Wir besitzen jahrzehntelange Erfahrung in der Erzeugung von Energie aus Abfall. Unsere Expertise umfasst nicht nur die Produktion von Biogas aus organischen Abfällen, sondern auch die Erzeugung von Ersatzbrennstoffen aus Siedlungsabfällen oder Monochargen wie Leichtverpackungen oder Altholz in jeder Größenordnung.“ Gerade dank ihrer starken landwirtschaftlichen Ausrichtung verfügt die Ukraine über ein großes Potenzial in der Biogaserzeugung aus Bioabfällen. Entsprechende Anlagen werden von Eggersmann nicht nur auf der ganzen Welt errichtet, sondern in Ostwestfalen sogar selbst betrieben. Dabei kann das Biogas im Anschluss zu Biomethan veredelt werden, um so fossiles Erdgas 1:1 im öffentlichen Netz ersetzen – so wie am Energiewerk Nieheim von Eggersmann geschieht. Auch die Aufbereitung von Abfällen zu Ersatzbrennstoff bietet vielfältige Möglichkeiten, um kostenintensive fossile Energieträger in der Industrie einzusparen. Eine solche Anlage zur Versorgung eines Zementwerkes hatte Eggersmann beispielsweise nach der Niederschlagung der Terrororganisation IS im Irak errichtet.
Derartige Lösungen ermöglichen nicht nur eine stärkere Importunabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, sondern führen auch zu einer Dezentralisierung der Energieversorgung. Beides sind relevante Sicherheitsfaktoren für diese besonders kritische Infrastruktur. „Osteuropa ist seit 30 Jahren einer unserer wichtigsten Märkte – in den letzten Jahren sehen wir aber zusätzlich ein wachsendes Bewusstsein gerade für den politischen Wert alternativer Energieerzeugung aus Abfällen,“ betont Berlage.
Dass der Ausbau der Kreislaufwirtschaft nicht unbedingt nur ein Thema für die Zeit nach dem Krieg ist, wird auch bei anderen Themen deutlich. So ging es Berlage bei seiner Reise unter anderem auch um Lösungen für die mobile Aufbereitung der Zerstörungen. „Im Krieg herrscht Mangelwirtschaft. Wenn wir also in Deutschland bereits in Friedenszeiten mit mobilen Brechern aus Bauschutt Ersatzbaustoffe für den Straßenbau oder aus Altholz Ersatzbrennstoff produzieren, dann sind solche Lösungen für die Ukraine natürlich noch viel wichtiger. Gebäude liegen in Trümmern; Straßen sind zerstört – wir könnten hier mit unseren Maschinen schon heute jeden Tag einen echten Beitrag leisten. Und sei es nur, dass wir die für den Krieg wertvollen Metalle separieren.“ Damit solche Lösungen Realität werden können, bedarf es allerdings der richtigen Kontakte und der entsprechenden Finanzierung. Die Reise des Bundesumweltministers habe dafür den nötigen Rahmen geschaffen. „Wir planen eh mit unseren Lösungen einen aktiven Beitrag am Wiederaufbau der Ukraine zu leisten. Durch die Regierung wurden wir beim Knüpfen der relevanten Kontakte nun gezielt unterstützt. Das wird unsere Arbeit erheblich vereinfachen.“ Gleichzeitig verwies Berlage auf die Erfahrung der Gruppe im Bereich der Aufbauarbeit: „Wir sind mit Krisen- und Nachkriegsgebieten vertraut. Neben Projekten im Irak waren wir so beispielsweise auch nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens und den daraus folgenden Kriegen in der Region am Wiederaufbau einer Entsorgungsinfrastruktur beteiligt.“


Erklärtes Ziel der Reise war die frühzeitige Auslotung von Potenzialen für eine klimafreundliche, resiliente Erneuerung der Infrastruktur und des weiteren Wiederaufbaus.1 Dazu traf Bundesumweltminister Schneider in der Ukraine führende Vertreter aus Politik und Wirtschaft wie Vize-Premierminister Denys Schymal, welcher zugleich auch der Energieminister des Landes ist, sowie Mykola Kalaschnyk, den Minister für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr der Ukraine. Neben der Entsorgungsinfrastruktur und der regenerativen Energieerzeugung ging es auch um Fragen der Wasseraufbereitung, der Gefahrgutentsorgung und viele weiteren Themen.
Das Kernprogramm der Reise erstreckte sich über drei Tage und umfasste neben den intensiven Gesprächen zwischen deutsch-ukrainischen Vertretern aus dem Green-Tech Bereich auch Außentermine, an welchen sich die Delegierten selbst Eindrücke von der Situation im Land machen konnten. Das Spektrum reichte dabei von der Vorstellung der kommunalen Abfallentsorgung in Kiew bis hin zu einem Besuch der Stadtentwicklungsinitiative Lviv North UNBROKEN.
Entscheidend für die Teilnahme von Eggersmann an der Delegationsreise war das umfassende Leistungsportfolio. So bieten die unter dem Dach der Eggersmann Recycling Technology zusammengefassten Unternehmen von der Planung, dem Bau und sogar dem Betrieb selbst größter Recyclinganlagen als Generalunternehmer, über bestellfertige Aufbereitungslinien als Systemlösungen bis hin zur Fertigung der einzelner stationärer sowie mobiler Maschinen das vollständige Spektrum an Recyclinglösungen. Über das Bauwesen verfügt die Eggersmann Gruppe außerdem über ausgedehnte Expertise in integrierter Planung mit Betonfertigteilen sowie ÖPPs für kommunale Sonderimmobilen. „Ich möchte mich noch einmal bei allen bedanken, die uns diese Reise möglich gemacht haben,“ erklärt Berlage und wünschte den Ukrainern außerdem die nötige Kraft zum Durchhalten: „Wir alle bei Eggersmann hoffen inständig, dass der Angriffskrieg wider die Ukraine schnell ein Ende findet. Es sind bereits viel zu viele Menschen gestorben und Leben zerstört worden.“
Zu 1: Lesen Sie hier die offizielle Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) zur Delegationsreise:
Zur Mitteilung des BMUKN